Reflexion zum einjährigen Jubiläum mit überraschender Änderung

Ich freue mich schon länger auf diese Reflexion zum einjährigen Jubiläum des Blogs und Newsletters. Ich bin gespannt auf die Erkenntnisse, die ich bekommen werde.

Reflexionen mache ich regelmäßig, weil

  • ich dabei manchmal neue Ideen bekomme.
  • es Kalibrierung ermöglicht.
  • es ein guter Startpunkt ist, um Dinge zu ändern.
  • es eine Wertschätzung ist und Unsichtbares sichtbar macht.
  • es eine gute Referenz ist, um später einfach an Informationen zu gelangen.

Highlights

Ein Jahr.
Neben meiner Lohnarbeit.
Habe ich mir die Zeit dafür genommen.
Froh, sie mir habe nehmen zu können.

51 Newsletter und 39 Artikel habe ich auf diesem Blog veröffentlicht.

Ein Raum zum Denken und Lernen.

Der Artikel, der aktuell mein Lieblingsartikel ist, weil er meinen Status am besten widerspiegelt, ist der über Gute Infrastruktur und Systeme. Diesen Artikel habe ich bereits mit dem dritten Newsletter veröffentlicht.

Eine gute Infrastruktur mit passenden Systemen zu haben hat sich so bewährt. Außerdem macht es mir großen Spaß, Dinge zu systematisieren.

Darum reflektiere ich zuerst die Systeme, die ich rund um den Blog habe.

Reflexion der Systeme

Hilfen für den Schreibprozess

Zum Schreiben verwende ich Templates (Vorlagen). Für den Newsletter und die Artikel habe ich jeweils ein eigenes Template. Sie geben Struktur und ersparen mir wiederkehrende Entscheidungen. Die Templates passe ich immer wieder an.

Nach der letzten Reflexion hatte ich die Idee, im Newsletter mit folgenden optionalen Abschnitten zu arbeiten:

  • Inspiration & Ideen,
  • Themen-Labor,
  • Am Lernen und Ausprobieren,
  • Blog.

Das hat das Newsletter-Schreiben sehr vereinfacht und ich werde es so fortführen. Noch vereinheitlichen möchte ich die Stelle, an der ich im Newsletter Updates zu Artikeln bekannt gebe.

Außerdem habe ich die Quellenangaben vereinheitlicht, was ich ebenfalls fortführen werde.

Organisation der nächsten Texte

Für jeden Artikel und jeden Newsletter habe ich eine separate Notiz erstellt.

Anfangs habe ich nur an einem Artikel gearbeitet. Das war unbefriedigend. Ich hatte so viele Ideen, hing aber an einem Artikel fest.

Daher habe ich angefangen, an mehreren Artikeln parallel zu arbeiten. So hatte mein Gehirn Zeit, im Hintergrund an den Themen zu arbeiten. Dadurch hatte ich auch mehrere Themen im Blick, was mir gefiel. Aber es dauerte mir immer noch zu lange. Jetzt arbeite ich daher meistens tatsächlich nur an einem Artikel, habe aber die Notizen für die nächsten Artikel schon angelegt.

Da ich es gut finde, den Überblick zu haben, lege ich jetzt auch die Notizen für die nächsten Newsletter an. Wenn mir zwischendurch Ideen kommen, gibt es nun einen Ort, an dem ich sie notieren kann.

Technische Infrastruktur

Ich verwende dieselben Softwaretools wie zu Beginn des Blogs. Ich hatte mir vorher lange Gedanken dazu gemacht und verschiedene Optionen ausprobiert. Diese Mühe hat sich gelohnt: Es macht mir viel Spaß, damit zu arbeiten.

Über die Toolkette muss ich beim Arbeiten damit auch nicht mehr nachdenken.

Der einzige kleine Schmerzpunkt ist die Finanzierung der Infrastruktur, also für das Hosting und den Mailprovider. Aber das ist ok.

Arbeitszeiten

Die größte Herausforderung bestand darin, das Denken, Ausprobieren und Schreiben in den restlichen Alltag zu integrieren.

Wenn ich „Spätdienst“ habe, arbeite ich vor meiner Lohnarbeit am Blog. Es gibt einen Abend in der Woche, an dem ich konkret am Newsletter arbeite. An meinem freien Tag von der Lohnarbeit arbeite ich an Teilfähigkeiten, der Instandhaltung des Blogs oder länger an einem Artikel.

Das ist mein Idealplan für die Woche. Die feste Struktur ist ganz gut. Natürlich klappt es nicht an jedem Tag.

Immer wieder hadere ich, weil natürlich auch immer noch andere Dinge anfallen, die erledigt werden müssen oder die ich gerne machen möchte.

Es wird schwierig bleiben.

Reflexion über das Lernen

Jede:r kann lernen. Das ist die Haltung, die hinter diesem Blog steht. Daher ist Lernen auch ein wesentlicher Aspekt der Reflexion.

Was habe ich gelernt?

Vergleiche dich nicht mit anderen, sondern mit deinem früheren Status.

Ich denke zum Beispiel an die Zeit vor einem Jahr.

Es hat mich Überwindung und Mut gekostet, nach außen zu treten. Aber es war gut.

Heute habe ich mehr Vertrauen in meine Fähigkeiten und kann sie gut einschätzen.

Mir fällt es leichter, meine Gedanken zu fassen und zu artikulieren. Das ist eine Fähigkeit, die mir im Berufsalltag bei E-Mails oder Dokumentationen das Leben erleichtert.

Die geübte Nutzung der Softwaretools, die ich für den Blog und den Newsletter nutze, ist z. B. in meiner Ehrenamtsarbeit hilfreich.

Insgesamt ist es eine Bestärkung der Fähigkeiten, die ich auch schon in der 6-Monatsreflexion beschrieben habe.

Reflexion Offen Lernen

Offen lernen bedeutet nicht, sich keine Mühe zu geben oder sich keine Gedanken zu machen. Es ist auch nicht leicht, so eine gewisse Verwundbarkeit zu zeigen.

Offen lernen ist ein Akzeptieren, dass alles ein Lernprozess ist. Dass sich Dinge und Meinungen noch ändern dürfen.

Dieses Prinzip und der wöchentliche Newsletter haben mir dabei geholfen, weniger perfektionistisch zu sein. Mit Text und Inhalt zufrieden zu sein, so wie sie sind.

Ich bin weiterhin überzeugt, dass offenes Lernen auch den Lesenden, den anderen Lernenden hilft.

Was möchte ich noch lernen?

Die Angst und das Zögern, etwas zu veröffentlichen, sind nicht verschwunden. Das ist vor allem bei persönlicheren Themen oder solchen, zu denen ich (noch) keine Haltung habe, der Fall. Da weiß ich noch nicht, ob ich das angehen möchte.

Bei der letzten Reflexion habe ich geschrieben, dass ich gerne mehr an Teilfähigkeiten arbeiten möchte. Leider hat das mit meinem letzten Plan nur sehr selten geklappt. Das möchte ich weiterhin. Aber ich weiß noch nicht genau, wie das klappen kann. Vielleicht muss ich einfach mehr Geduld haben.

Zusammenfassung (was ich dachte)

Zusammengefasst bin ich zufrieden, wie es gerade läuft.

Ich habe weiterhin viele Ideen und es macht mir Spaß. Es gibt aktuell keine großen Schmerzpunkte. Wenn mich etwas gestört hat, habe ich Dinge relativ zeitnah angepasst. Das betraf spezifische Details.

Manchmal gibt es bei einer Reflexion ein wahres Feuerwerk an Erkenntnissen. Manchmal ist es eher ein Plateau. Es ist lediglich eine Feststellung, dass alles gut läuft.

Die Reflexion war daher dieses Mal eher ein kurzer Scan und eine Kenntnisnahme.

Das dachte ich zumindest, in den ersten Tagen, als ich mit dem Text gerungen habe.

Ausblick

Blog „Praktisch und Verbunden“

Ich hatte gehofft, den Blog praktischer nutzen zu können.

Ich hatte gehofft, nach einem Jahr genauer zu wissen, wohin ich mit praktischundverbunden.de möchte.

Es fühlt sich an, als ob etwas in der Luft ist, das ich noch nicht greifen kann.

Meine Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Das ist ein Schmerzpunkt im Hintergrund. Aber vielleicht ist es auch ok so.

Berufliche Entwicklung

Ich habe mir Zeit gegeben, um mich an meinen Alltag mit der neuen Lohnarbeit und dem Blog zu gewöhnen. Danach wollte ich bewusst Zeit in meine langfristige (Neben-)Berufliche Entwicklung investieren.

In meinem vorherigen Job habe ich mir tiefe technische Fähigkeiten angeeignet. Allerdings war ich so spezialisiert, dass diese Fähigkeiten für die Bereiche, für die ich mich interessiere, nicht nützlich sind. Nach einigem Überlegen wollte ich zukünftig wieder technischer arbeiten. Daher wollte ich mich in passenden technischen Themen weiterbilden.

Zufällig bin ich wieder auf das Thema „Multipotentialite“ gestoßen. Ich habe mit neuem Blick Bücher dazu gelesen und Videos dazu gesehen. Dadurch wurde mir bewusst, wie viel Freude ich daran habe, Dinge zu systematisieren. Daher ist das gerade auch mein Lieblingsartikel :).

Falls dir keiner der Begriffe Multipotentialite, Scanner, Multipassionate, Renaissance, Generalisten usw. etwas sagt, hier eine kurze Erklärung: Es wird immer suggeriert, dass wir unsere Leidenschaft finden müssen und dass wir uns auf eine Sache konzentrieren sollten. Also Spezialisten werden.
Es gibt aber auch Menschen, die viele Interessen haben. Das ist kein Versagen oder Fehler ihrerseits. Das ist eigentlich nicht verwunderlich, bei so vielen Menschen, die es gibt, aber dennoch eine Erkenntnis und Erleichterung. Mehr zum Thema schreibe ich vielleicht mal separat.

Auf jeden Fall möchte ich das Lernen für die berufliche Weiterentwicklung mit dem Blog kombinieren. Sie gehören natürlicherweise zusammen.

Ich habe bereits einen Plan, wann ich daran arbeiten möchte. Ich nin nicht richtig zufrieden damit. Daher überlege ich wahrscheinlich ständig im Hintergrund weiter, wie ich es am besten in meinen Zeitplan integrieren kann.

Überraschende Erkenntnis zum Rhythmus

Der wöchentliche Rhythmus für den Newsletter hat mir sehr geholfen, weshalb er für mich absolut unumstößlich war. Auf jeden Fall.

Mit dieser Reflexion habe ich unerwartet gerungen. Ich fand sie inhaltlich etwas langweilig. Umso seltsamer, dass es mir schwerfiel, den Text zu schreiben.

Nach drei Tagen des Schreibens an diesem Text hatte ich plötzlich eine überraschende Erkenntnis.

Ich werde den Newsletter und ggf. neue Artikel künftig monatlich veröffentlichen.

Es fühlt sich stimmig an. Denn der neue Rhythmus ist von meiner nebenberuflichen Orientierung eingerahmt. Und ich habe so mehr Zeit und Raum dafür.

Es ist jetzt erst einmal ein Experiment mit dem neuen Rhythmus. Und die Organisation der nächsten Texte kann ich beibehalten!

Ich bin gespannt

und sehr überrascht von dieser Änderung.

Wie in der Einleitung geschrieben, hat die Reflexion mal wieder Erstaunliches hervorgebracht.

📚 Quellen und zusätzliche Informationen

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