Marginalisiertes Wissen im digitalen Raum

Alle haben Wissen.

Wissen wird jedoch unterschiedlich bewertet und ist daher manchmal unsichtbar. Menschen aus marginalisierten Gruppen glauben oft selbst nicht, dass sie Wissen haben. Denn auch die Dominanzgesellschaft glaubt es nicht.

Die Frage nach dem Zugang zu Wissen, insbesondere von marginalisierten Gruppen, ist der zentrale Motivator dieses Blogs.

Darum habe ich mit Freude an einer Online-Vorlesung zu diesem Thema teilgenommen.

Zur Vorlesung

Die Online-Vorlesung „Marginalisiertes Wissen im digitalen Raum“ bot mir die Gelegenheit, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Sie hat mir keine Antworten gegeben, aber Denkimpulse.

Die 45-minütige Vorlesung wurde von „Zukunft D“ organisiert. Referentin war Tmnit Ghide. Sie fand im Dezember 2025 statt. Mir ist keine öffentlich zugängliche Version der Vorlesung bekannt.

Im Folgenden werde ich einige Punkte aus der Vorlesung nennen und für mich einordnen.

Wissen

Beginnen wir mit „Wissen“.

Wie definierst du Wissen?

Nimm dir einen Moment Zeit, um darüber nachzudenken, bevor du weiterliest.

Kannst du dir vorstellen, dass es andere Vorstellungen von Wissen gibt?

Im Vortrag wurden die folgenden zwei Beispieldefinitionen vorgestellt:

  • Wissen ist die Gesamtheit dessen, was jemand weiß; Kenntnis, Erkenntnis (Duden).
  • Wissen ist das, was in Beziehung entsteht; es ist eine gemeinsame, gelebte Praxis, die sich im Handeln und im Zusammenleben zeigt (Ubuntu).

Welches Wissen wird im Internet abgebildet und ist dort sichtbar?

Wer bestimmt welches Wissen sichtbar ist?

Ich nehme für mich mit, dass ich (noch) keine eigene Definition von Wissen habe. Meine Einstellung dazu ist eher individualistisch als kollektiv oder in Beziehung zueinander. Mir ist bewusst, dass es viel mehr verschiedenes Wissen gibt und dass sehr viel davon nicht sichtbar ist. Diese zwei Definitionen öffnen mein Verständnis weiter. Ich bin mir unsicher, ob das nicht ausreicht und ob ich eine Definition brauche.

Aspekte im Digitalen Raum

Die Digitalisierung schafft neue Arten des Bewahrens.

Gleichzeitig entstehen neue Formen des Vergessens, beispielsweise der Verlust von Metadaten.

Ein kulturelles Gedächtnis, ein Archiv, entsteht nicht automatisch. Es muss aktiv gepflegt werden. Es erfordert finanzielle Mittel (Personal, Server, Strom, usw.).

Wer übernimmt die Aufgaben eines Archivs? Wer bestimmt, was aufbewahrt wird? Öffentliche Institutionen oder private Plattformen?

Bedeutung für marginalisierte Gruppen

Die Frage nach der Zugänglichkeit von Medien für marginalisierte Gruppen stellte sich auch in der Vergangenheit.

Radio, Blogs und Online-Zines waren wichtige Räume marginalisierter Wissensproduktion.

Auch heutige Medien und Plattformen bieten Chancen. Es gibt immer mal wieder hoffnungsvolle Beispiele.

Gleichzeitig herrschen in digitalen Räumen jedoch ungleiche Machtverhältnisse, die nicht immer sofort ersichtlich sind.

Es ist eine Herausforderung, die Mechanismen dieser Systeme zu verstehen. Noch schwieriger ist es, Nischen zu schaffen und widerständig zu sein.

Mit diesem Blog versuche ich, einen kleinen Raum zu schaffen.

Blogs sind totgesagt. Wer besucht heutzutage noch Webseiten? Ich habe mich trotzdem für dieses Format entschieden. Denn ich habe die Freiheit, selbst über die Inhalte zu bestimmen, und die Daten gehören mir. Diese Aspekte überwiegen für mich.

Das Thema „Wissen, von und für marginalisierte Gruppen“ ist für mich immer noch schwer greifbar. Ich habe noch keinen Anker gefunden, um mich damit konkreter auseinanderzusetzen. Ich bin weiterhin auf der Suche …

📚 Quellen und zusätzliche Informationen

  • Zukunft D. Veranstalter*in der Online-Vorlesung „Marginalisiertes Wissen im digitalen Raum“ (2025)
  • DOMiD – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland. Inhalt: Gute Geschichten und Ressourcen aus der Perspektive von Migrant*innen. Relevanz: Ein Beispiel für ein Archiv.
  • Praktisch und Verbunden: Wer arbeitet in der IT-Branche? (2025) [orig: de]. Relevanz: Wer gestaltet den digitalen Raum?
  • Praktisch und Verbunden: Zugang – Perspektiven: Was braucht es alles? (2025) [orig: de]
  • Praktisch und Verbunden: Offen lernen (2025) [orig: de]. Relevanz: Das Prinzip dieses Blogs: Ich mache meinen Zugang zu Wissen transparent und stelle ihn anderen zur Verfügung.